TRINITI

Art. No. 5994
1680,28
(Stck.)
Eigenschaften und Klang

Sechs TI 100 - 8 Ohm und eine KE 25 SC - 8 Ohm verbaut in eine Gehäuse-Mischform aus Horn und Transmissionline. Das ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes, etwas Anderes. Besonders hoch war auch der Entwicklungsaufwand. Selten gab es ein Projekt, das so oft umgebaut und so aufwändig optimiert werden musste. Speziell die Entwicklung der Frequenzweiche gestaltete sich kompliziert, da es im Bassbereich eine starke Wechselwirkung mit der Dämpfung gibt, weshalb immer beides zusammen angepasst werden musste. Der Anspruch an den Erbauer ist auch besonders hoch, daher möchten wir den Bau des Gehäuses ausdrücklich nur für erfahrene Selbstbauer empfehlen, dies ist definitiv kein Einsteigerprojekt. Alternativ sei der Bau durch einen professionellen Tischler empfohlen. Die Verkabelung ist durch die hohe Anzahl an Chassis auch nicht ganz trivial, aber bei ein wenig Grundlagenkenntnis umsetzbar.

Wer sich an den Bau dieses Lautsprechers begibt wird reichlich entlohnt, sowohl optisch wie auch akustisch. Imposant durch die unvermeidliche Höhe verleiht die schmale Front dennoch eine ungemeine Leichtigkeit, deutlich mehr als die Abmessungen vermuten lassen. Der hohle Sockel der Box nimmt die Frequenzweichen auf und bringt den Hochtöner auf übliche Ohrhöhe. Der Abstand der Chassis ermöglicht sowohl eine optimale Funktionsweise des Gehäuses wie auch eine ansprechende Optik und eine recht genaue Anlehnung an das D’Appolito-Prinzip.

Vier der TI 100 - 8 Ohm finden ausschließlich im Tiefton Verwendung. Durch die mit einem 20 cm-Chassis vergleichbare Membranfläche muss man sich über Dynamikreserven und die Pegelfestigkeit keine Gedanken machen. Zwei weitere TI 100 - 8 Ohm fungieren als reine Mitteltöner, während die Hochtonkalotte KE 25 SC - 8 Ohm das optische und akustische Zentrum bildet. Die Frequenzweiche wurde zur Vermeidung von gegenseitigen Beeinflussungen der Spulen auf zwei Platinen verteilt, die räumlich voneinander getrennt werden. Durch die Reihenschaltung der Mitteltöner konnte in diesem Zweig auf Widerstände zur Pegelanpassung verzichtet werden; einzig der Hochtöner muss ein wenig gebremst werden. Es wurden nur absolut notwendige Teile verbaut und mit Ausnahme des Tieftonzweigs konnte auf Korrekturzweige verzichtet werden, wodurch sich der Bauteilaufwand für eine Drei-Wege-Box sehr in Grenzen hält. Die Trennfrequenz zwischen Hoch- und Mittelton wurde mit 2100 Hertz so tief gewählt, dass in Verbindung mit der Flankensteilheitdes Filters dritter Ordnung (18 dB-Filter) die Membranresonanzen der TI 100 - 8 Ohm keinen negativen Einfluss haben. Dank des sehr linearen Schalldruck- und Impedanzfrequenzganges der Keramikkalotte KE 25 SC - 8 Ohm konnte diese über eine bewusst einfach gehaltene 12 dB-Filterung optimal angekoppelt werden und kann ihre superben Eigenschaften ungehemmt ausspielen. Durch die ebenfalls sehr tiefe Trennung von 180 Hertz zwischen Mittelton- und Bassbereich wird erreicht, dass die ortbaren Frequenzen fast ausschließlich aus den nah beieinander liegenden Chassis der Mittel- / Hochtoneinheit abgestrahlt werden. Außerdem wird die übliche Resonanzneigung von Basshörner im Mittelton minimiert, weil kritische Frequenzen bereits durch die Frequenzweiche gefiltert und damit im Horn kaum noch angeregt werden. Somit konnte die notwendige Dämpfung zugunsten der Basswiedergabe deutlich sparsamer ausfallen als bei einer höheren Trennung.

Der reine, unverfälschte Klang spielt auf Referenzniveau, die Detailtreue und Klarheit sind frappierend. Eine solche Auflösung ist schwerlich zu überbieten, man hört jede noch so kleine Feinheit, nichts wird verschluckt oder überdeckt. Dennoch wirken die dargestellten Details nicht aufgesetzt oder erdrückend, sie sind ganz einfach da. Es mutet widersprüchlich an, dass auch kleinste Informationen im Schall wiedergegeben werden und dennoch leicht überhört werden können. Nur bei aktivem Hinhören sind sie zu entdecken eben weil sie nicht künstlich und überzogen in den Vordergrund gedrängt werden sondern klar und im besten Sinne selbstverständlich beim Auditorium ankommen. Man muss sich aber auch nicht anstrengen diese Nuancen zu hören, sie sind problemlos hörbar und nicht nur zu erahnen. Dadurch ist selbst sehr langes Hören ohne Ermüdungserscheinungen möglich. Stimmen werden plastisch und vollkommen ansatzlos wiedergegeben. Schlechte Aufnahmen sind auch für ungeübte Ohren sofort als solche zu identifizieren. Es gibt keine wahrnehmbaren Verfärbungen, der Klang ist analytisch aber nicht kalt.
Der Hochton ist klar, schnell und präzise jedoch niemals scharf oder überzogen. Wenn das Tonmaterial einem guten Mastering entspringt, glitzert und funkelt es wenn es soll und kann Wellen von Gänsehaut über den Körper jagen.
Der trockene, tiefe Bass überrascht; soviel Volumen traut man einer derart schmalen Box und den kleinen Bass-Chassis nicht zu. Dennoch ist der Bass nicht dicklich oder trägt zu sehr auf, er ist tendenziell als exakt und konturiert zu bezeichnen und setzt sich gekonnt vom Trend zu Boom-Boxen mit überzogenen Bässen ab.

Unterschätzen sollte man die TriniTI jedoch zu keinem Zeitpunkt. Es lässt sich damit sehr viel Luft verschieben. Wenn es sein muss pressen die vier TI 100 - 8 Ohm unglaublich viel Tieftonenergie in den Raum. Der geneigte Hörer kann mit den optionalen Dämmwollmatten im Hornmund experimentieren und dadurch den Bass auf den persönlichen Geschmack bzw. seinen Raum anpassen. Messtechnisch ist die Version am Besten, bei der die beiden optionalen Stücke eingebracht werden, im Hörtest gefiel in unserem Hörraum jedoch die Version ohne diese Option besser.

Die Pegelfestigkeit sorgt ebenfalls für überraschte Ohren, das Limit liegt weit jenseits hausüblichen Gebrauchs. Vor allem bleibt das Klangbild von laut bis leise extrem stabil und komplett unangestrengt. Somit werden Dynamiksprünge originalgetreu wiedergegeben, die Bühne zerfällt nicht wenn es mal etwas derber zugeht. Die TriniTI spielt immer und jederzeit unbeeindruckt und serviert dem Erbauer die akustische Kost wie sie zugespielt wird. Zum Leidwesen von Nachbarn führt dies dazu, dass man den Lautstärkeregler weit aufdreht, weil dieser Lautsprecher signalisiert, dass noch mehr geht. Dennoch liegt seine Stärke klar bei der Feinzeichnung und Auflösung. Selten hört man einen derart neutralen Lautsprecher, der über den gesamten Wiedergabe- und Lautstärkebereich stets bestens durchhörbar bleibt und dennoch eine enorme Spielfreude an den Tag legt. Die Präzision und Attacke machen mächtig Freude werden aber niemals nervig oder überreizend. Daher kann man sowohl sehr leise aber auch sehr laut Musik genießen. Dieser Lautsprecher macht einfach Spaß.

Bestückungsliste für 1 Box

Hochtöner
1 St.
Tiefmitteltöner
6 St.
TriniTI
1 St.
Dämpfungsmaterial
Polyesterwolle
2 Btl.
Schrauben (Zylinderkopf)
4,0 x 25 mm
28 St.
Schrauben (Zylinderkopf)
5,0 x 30 m
26 St.
Terminal
High-End-Terminal
1 St.
Kabel
2 x 1,5 mm²
4 m
Kabel
2 x 2,5 mm²
3 m
Bespannstoff
Bespannstoff 50 cm
1 m

Technische Daten

Nennbelastbarkeit
160 W
Musikbelastbarkeit
240 W
Nennimpedanz Z
4 Ohm
Übertragungsbereich (-10 dB)
45–20000 Hz
Mittlerer Schalldruckpegel
83 dB(1 W/1 m)
Trennfrequenz
180 / 2100 Hz
Gehäuseprinzip
Transmissionline / Horn
Nettovolumen
44 l + 2,6 l
Außenmaß Höhe
1503 mm
Außenmaß Breite
320 mm
Außenmaß Tiefe
400 mm

Amplituden- und Impedanzfrequenzgang

Presse

Auszug aus Klang & Ton

Aus dem kleinen, feinen Sortiment hervorragender Treiber kann man sich bei VISATON für immer neue Konstruktionen bedienen - allerdings ist die vorbildlich gepflegte Fangemeinde so groß, dass schon eine Menge möglicher Kombinationen realisiert wurde. Das Spannende an VISATON ist aber, dass die hauseigenen Ingenieure dann doch immer mal wieder einen raushauen, mit dem keiner gerechnet hat.

Fazit: Musik analysieren, Musik erleben, Musik genießen - all das geht perfekt mit der neuen VISATON TriniTI, die wieder einmal zeigt, dass man selbst aus herausragenden Chassis mit einer cleveren Konstruktion mehr herausholen kann als die Summe der Einzelteile. Eine großartige Box!