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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : OT - Hat jmd Erfahrung mit Fernstudium Elektrotechnik?


Variovent
20.12.2002, 00:24
Einen best. Anbieter?
Regelstudienzeit?
Gebühren?
Falls jmd was weiß, dann ...
Thanx

raphael
22.12.2002, 13:42
Hi!

Studiere selbst gerade E-Technik, jedoch ganz normal an einer Uni. Würde ich Dir auch zu raten, weil das Fach, finde ich, so kompliziert ist, daß es besser ist, ein paar Kollegen zu haben, mit denen man sich bei Problemen, zum Beispiel in Sachen Verstehen, beraten kann.

Raphael

Frank S
22.12.2002, 13:58
Studiere Elektrotechnik an der FH. Elektrotechnik macht mir nur Spaß wenn ich das gelernte Wissen auch anwenden kann. Auf der TU lernt man sehr viel Unnötiges was nicht einmal für die Klausuren relevant ist, geschweige denn für die spätere Karriere. Zunehmender Praxisbezug (erzwungen durch die Abschaffung des deutschen Diplomes) wird von vielen westlichen Unis nur halbherzig und zähneknirschend umgesetzt.

Eine Ausnahme sind moderne Universitäten im Osten des Landes. Während hier noch im alten Stil unterrichtet wird (der Professor schwebt quasi über den Studenten) wird in den neu entstandenen Unis erheblich mehr Wert auf die Lehrmethoden gelegt. Statt in überfüllten Säälen mit 700 Studenten den Stoff gescwind an die Tafel zu schreiben wird dort ein seminarischer Stif -ähnlich wie auf den FHs- praktiziert.

Auf jeden fall würde ich mich in einige Lesungen als Gasthörer mal hineinsetzen. Die öffentlichen Veranstaltungen sind reine Blenderei: der Student wird ins Labor geführt wo freundlich grinsende Personen über Messreihen und neue Forschungsobjekte referieren. Einige Monate später wird der Student dann von Arroganz und Gleichgültigkeit nur so erschlagen...

Man muß sich definitiv überlegen, ob man eher theoretisch veranlagt ist (lieber herleitet warum was existiert) oder lieber grundsätzliches versteht und dieses in anwendbare Form transformiert. Dank Master-Tiltel auf *manchen* FHs ist auch dem FH-Student die Promotion nicht endgültig versperrt.

Von einem Fernstudium rate auch ich dringend ab. Elektrotechnik hat hohe Ansprüche, besonders in der Mathematik. Es dürfte eines der 2 schwersten Ingenieurstudiengänge sein die überhaupt existieren. Da ist direkter Kontakt zu den Dozenten / Mitstudenten von echtem Vorteil.

22.12.2002, 14:28
Also für den Staatlich geprüften Techniker kann ich Auskunft geben.Mache ein Fernstudium beim DAA Technikum.Bei dir geht aber um den Dimple- Ing oder??

Michael
22.12.2002, 16:05
@ Frank S
Echt, findest Du es ist eines der schwersten Studien? Ich find Medizin viel schlimmer. Da muss man ja alles auswendig lernen. Da würde ich verrückt drüber. Was iste denn das zweite schwere Studium? Nur so interessehalber.

22.12.2002, 23:36
Hallo Michael,

wohl dem, der lesen kann.

Frank hat wortwörtlich gepostet:

"Es dürfte eines der 2 schwersten Ingenieurstudiengänge sein die überhaupt existieren."

Seit wann zählen Mediziner zu den Ingenieures-Berufen, hä?

Setzen sechs!

23.12.2002, 03:39
Dipl. Mediziner FH

gork
23.12.2002, 04:15
und das ist ein ingenieursberuf?

Frank S
23.12.2002, 09:55
Nun, Medizin ist ein recht einfaches Studium (wenn es einem liegt). Eher mit BWL vergleichbar... Allein die Promotion geht 4x so schnell wie die von Physik z.B.

Allerdings gibt es viele verwandte Studiengänge wie z.B. Informatik mit Schwerpunkt Medizin usw.

Meesi
23.12.2002, 13:27
Hallo,

also ich würd jedem ein Fernstudium abraten. Ich habe selbst mit soetwas ähnlichem Erfahrung gemacht. Studiere gerade E-Technik an einer FH, allerdings Vollzeit.
Habe aber davor Das Abi auf der Abendschule gemacht. Das Problem ist nicht die schwierigkeit es zu schaffen, sondern der Zeitfaktor. Hast du eine 40 Stunden-Woche sollte der Rest eigentlich für Freizeit übrig bleiben. Machst du aber ein Fernstudium oder ähnliches, kannst du dir jegliche Freizeit knicken. Und Zeit für Freizeit, Hobby oder ähnliches sollte jeder haben.Ich kenne auch Leute die diese nicht benötigen, aber das sind dann "komische" Kauze.
Mal davon Abgesehen, dass die Durchfallerquote in E-Technik recht hoch ist. Im Fernstudium schaffen es gerade mal 15% der Studenten die mal das 1. Semester angefangen haben .In der Uni bzw. FH sind es immerhin schon 25%.
Studium sollte auch Spaß machen und das geht meiner Meinung nur wenn man das als Vollzeitjob betreibt.

Gruß Meesi

BigAl
23.12.2002, 14:19
<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>Einige Monate später wird der Student dann von Arroganz und Gleichgültigkeit nur so erschlagen...[/quote]

Full Ack!

Zur Schwierigkeit: Mein heißgeliebtes Chemieingenieurwesen kann sich auch gleich einreihen. Speziell in Erlangen!
Wenn die Drecksbande wenigstens kapieren würde, daß sie damit genauso Schuld am Untergang Deutschlands sind (indirekt)...
13 Jahre Schule, 1 Jahr Zivildienst, 1/2 Jahr auf Studienbeginn warten (weil nur Start zum WS erlaubt (!) dann 5-6 Jahre Studium und gut die Hälfte wird bis zum Ende rausgeekelt. Boah, wir sind ja international so konkurrenzfähig. Sozusagen die Elite der Eliten.

Praxisbezug halte ich da ehrlich gesagt für viel unwichtiger und zudem für eine Modeerscheinung. Im Labor stehe ich jetzt schon genug.

raphael
23.12.2002, 16:03
@Frank S

Ich muß hier mal eine Lanze für die westlichen Uni brechen: ich studiere in Bremen an der Uni und muß sagen, daß die äußeren Umstände super sind: Wir sind nur so ca. 35 Studenten im Jahrgang (die anderen wurden durch Klausuren etc. "wegrationalisiert" und uns stehen ca. 12 Profs zur Verfügung, die auch jederzeit bereitwillig helfen, teilweise ergeben sich im Hautstudium dann sehr enge Verbindungen, weil man in manchen Vorlesungen dann nur noch mit 5Studenten dasitzt und so die individuelle Betreuung sehr hoch ist. Die Uni ist in vielen Bereichen modern ausgestattet: Wir haben eins der modernsten Reinraumlabore und jetzt nach dem Vordiplom (an der Uni nach 4 Semestern) werden wir zusammen mit den Masterstudenten aus dem Ausland unterrichtet, sodaß die Vorlesungen in Englisch gehalten werden, was für das Berufsleben sehr positiv ist (wird von der Industrie begrüßt). Außerdem hast Du vergessen, daß an der Uni absichtlich mehr Wert auf Theorie und umfassendes Wissen gelegt wird, während eine FH stärker auf Praxis abzielt, was sich dann später auch in den Arbeitsfeldern niederschlägt. Nicht umsonst wird ein unterschied zwischen Fh- und Unidiplom gemacht. Ich würde also nicht sagen, daß die östlichen Unis+FHs per se schon moderner sind.

Raphael

Frank S
23.12.2002, 17:12
Im HAUPT-Diplom ist der Lesungsstil in der Tat besser und fast schon FH-ähnlich.

Das Problem dabei ist, daß man vor Eintritt in das Hauptdiplom erst das Vordiplom bestehen muß! Und da legen die "altertümlichen" Unis den Studenten Steine in den Weg wie man es sich kaum vorstellen kann. Es geht dabei nicht um den fachlichen Anspruch, sondern um die Bedingungen.

Lesungen ohne Script mit drittklassigen Dozenten. Motivation:=0, Gleichgültigkeit:=100. Wenn sich wer um die Studenten bermüht, dann die Übuungsleiter. Doch diese können in 2 Stunden nicht das nachholen was der Dozent in 6 Stunden versäumt hat! Da waren Fälle wo der Dozent an der Tafel stand und sagte: "Ich bin hier zur Forschung, nicht zur Lehre - also stellen sie sich darauf ein!" Oder: "Die Umfrage hat Ergeben dáß der Dozent zu arrogant sei. Darauf kann ich nur anfügen: sowas habe ich doch gar nicht nötig".

Mag sein, daß es auch herausragende Unis gibt, aber im Westen sind 500 Personen im Vordiplom an den TUs eher die Regel als die Ausnahme!

Zum Inhalt ist oft zu sagen, daß man mit dem Wissen einer guten FH auch die TU Klausuren bestehen könnte. Nicht mit 2.0 im Vordiplom, aber eine 3.x ist machbar. Daß der Stoff nicht allzusehr divergent ist zeigt sich bereits an einer Sache: man kann innerhalb 2 Semester den vollständigen Master of Science nachholen. Dabei wählt man ein Hauptfach (z.B. Regelungstechnik mit Schwerpunkt) und noch eine weiterführende Lesung Mathematik.

Manche FHs dürfen den Master auch ohne größere Umwege vergeben wenn das Studium in Kooperation mit einer TU stattgefunden hat. Dabei genügt es, wenn eine BWL Lesung von einem TU-Gastdozent gehalten wurde. Soviel zu den hoffnungslos veralteten Gesetzen in Deutschland.

Das Bildungssystem ist am ENDE! Ein ehemaliger Deutschlehrer hat mir einiges über die neuzen Abiturrichtlinien erzählt. Alles wird noch schlimmer. Das Abitur soll mittelfristig berufsqualifizierend (!!!) und zugleich auch Studienvorbereitend sein (!!!). Also: Vordiplom und Lehre in der Oberstufe...

Bemerkenswert ist in Bayern die Unterscheidung zwischen gehobebem Dienst und höherem Dienst (TU/FH). Das neue Hochschulrahmengesetzt ist zwar bedingt ein richtiger Schritt, aber grundsätzlich aufgeräumt wird damit noch nicht. Das muß Europa bringen...

Bernhard
23.12.2002, 20:15
Hallo,

dann möchte ich auch mal meinen Senf dazugeben.

Habe nach 2 Semestern TU Ekeltechnik abgebrochen.

Im Vordiplom lediglich TE ( Technische Ekellehre ) und Werkstoffkunde bestanden.

Auf die Wiederholung habe ich dann verzichtet.

Randbedingungen:

*** 700 Studenten + ein Idiot + ein Helfershelfer des Idioten ( Tafelwischer ) im Hörsaal

Zitat Idiot: "Schauen sie ( 700 Studenten ) mich ( Idiot ) gefälligst an, wenn ich ( Idiot ) mit ihnen ( 700 Studenten ) rede.

*** Keine Scripten bis 1 Woche vor dem Vordiplom.

*** 35° Sauna im Sommer in den Übungsräumen.

*** Versprechungen wie: " Siemens hat zugesagt alle Absolventen dieses Jahrgangs zu übernehmen " Ha ha ha !

Einer meiner Klassenkameraden der es geschafft hatte hat nachher Aufbaustudium Wirtschaft gemacht. *ggg*

*** Und so weiter und so weiter...


Und falls man es dann doch schafft ?

Aus der Traum von der Stelle als Entwickler...

Da werden jede Woche Stellen in der SZ ausgeschrieben die kriegt eh keiner.

Weil die Voraussetzungen kaum zu erfüllen sind.

Abgeschlossenes Studium mit Bestleistungen
10 Fremdsprachen
Unter 30 Jahre alt
5 Jahre Berufserfahrung auf ähnlichem Posten
Und so weiter und so weiter.


Und sollte jemand das schaffen, popelt er an einem winzigen Zipfelchen eines grossen Ganzen herum.

Ohne Bezug zum Endprodukt.


Wie gesagt, die Chancen stehen wie ein 6er im Lotto.

Und wer dann auf einen Posten in der Entwicklung bei Visaton spekuliert, dem ist eh nicht mehr zu helfen...

Die meisten landen irgendwo, wo sie mit E-technik eigentlich direkt nix mehr zu tun haben !

Marketing z.B.


Grüsse, Bernhard

Bernhard
23.12.2002, 20:18
Nachtrag:

Danke, für den Tread, ich konnte mich schon lange nicht mehr so richtig auskotzen http://www.visaton.de/ubb/biggrin.gif

Frank S
23.12.2002, 20:26
@Bernhard: Genau das ist es!

"Schauen Sie sich die Aufgaben an, Sie werden nach endlicher Zeit zu einem Ergebnis kommen."

Nach 15 Stunden Arbeit an einer Aufgabe dann Rückfrage bei dem Professor (ihm gesagt daß diese Aufgabe nicht lösbar ist).

Antwort: "Die Aufgaben sind sehr wohl lösbar".

Dann gezieltes Nachfragen beim Übungsleiter. Dieser gab hinter vorgehaltener Hand zu, daß man zahlreiche Aufgaben nicht mit dem Wissen aus der Lesung lösen kann. Es ginge auch nicht darum, die Blätter zu lösen; man sollte sich nur mit ihnen beschäftigen...

Rückfragen in den Lesungen wurden vom Dozent immer so beantwortet: "ICH erteile das Wort" oder: "ICH habe hier das Sagen."

Auf der FH ist das anders: man stellt eine Frage zu einer Herleitung, der Dozent hält an und macht eine Nebenrechnung. Dann stellt er die Frage: "sehen Sie es jetzt?"

Fazit: mit 700 Personen in einer Lesung kann nichts dabei herauskommen. Man kann es schaffen wenn amn alles zu hause am Schreibtisch lernt, aber Spaß macht das nicht. Und Vorwissen / gezielte Ansprüche (ich will DIES lernen) darf man getrost beiseite legen.

Das Problem bei der TU ist, daß man oft nach Herleitungen aufhört. Zitat von Physik-Prof: "Die Anwendung von Theoretischem Wissen entspricht in keinster Weise dem akademischen Niveau".

Bemerkenswert ist auch, wie die alten Unis (Karlsruhe z.B.) versucht haben, die Informationstechnik krampfhaft noch mit in die Elektrotechnik hineinzuquetschen. Erst jetzt sind einige Fächer angemessen umstrukturiert worden...

07.01.2003, 11:24
Wenn man nicht gerade mit dem Abi fertig geworden ist sondern schon Lehre und Berufsjahre hinter sich hat, halte ich ein Studium nicht mehr für sinnvoll. Die Arbeit und Zeit, die man da reinsteckt, schlägt sich niemals voll auf dem Gehaltszettel durch. Und bei mir brachte das Studium E-Technik auch nicht die intellektuelle Erleuchtung - nach der muss man sich sowieso anderweitig umschauen.

Wenn man sich berufsbegleitend weiterbilden will und dafür Nachweise braucht, gibt es auch im Internet Angebote (z. B. http://www.bbwonline.de/bbwonline/shop/index_proj.html). Da kann man sich das Thema raussuchen, wo auch die eigenen Interessengebiete liegen und man wird vor allem in endlicher Zeit fertig damit. Und im Beruf kann man damit wohl auch mehr anfangen als mit einem E-Technik-Studium.

07.01.2003, 14:47
@Frank S

Deine Postings strotzen nur so von Vor- und Pauschalurteilen. Ich würde mir niemals erlauben über DIE THs in DEM Westen oder DIE FHs in DEM Osten etc so zu pauschalisieren, wie Du es tust. Es mag sein, daß es verschiedene Unis gibt, wo die geschilderten Zustände zutreffen, aber das hat keine Allgemeingültigkeit. Bitte nur über konkrete Beispiele mit Ortsangabe reden, nicht aufgrund eigener Erfahrungen mit Einzelnen auf die Allgemeinheit schließen.
Die Studiengänge der E-Technik Uni bzw TH und FH unterscheiden sich sehr wohl. Zu meiner Zeit war es so, daß ein FH Absolvent, der zur Uni wechselte, nicht mal das Vordiplom anerkannt bekommen hat. Er wurde ein wenig besser eingestuft als ein Unistudent nach dem dritten (von vier) Vordiplomsemestern, der alle Prüfungen bestanden hat.
Ob sich ein Studium im Allgemeinen und ein E-Technik Studium im Speziellen finanziell lohnt, das hängt wohl auch vom Einzelfall ab.
Das Fernstudium sehe ich allerdings auch skeptisch.

07.01.2003, 14:52
"Im HAUPT-Diplom ist der Lesungsstil in der Tat besser und fast schon FH-ähnlich."

Interessant ... natürlich völiger Humbug!

"Das Problem dabei ist, daß man vor Eintritt in das Hauptdiplom erst das Vordiplom bestehen muß! Und da legen die "altertümlichen" Unis den Studenten Steine in den Weg wie man es sich kaum vorstellen kann. Es geht dabei nicht um den fachlichen Anspruch, sondern um die Bedingungen."

Nun, wer das Vordiplom aud einer "altertümlichen" Uni nicht packt, kann ja zur FH wechseln. Nach dem Motto: sind sie zu stark, bist du zu schwach.

Frank S
07.01.2003, 15:42
Humbug???

Leider nicht! Im Vordiplom miserable Bedingungen, im Hautpdiplom dann mit 30 Personen im Hörsaal und enger Kontakt zu den Lehrenden.

Paschalisierung? Ob Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, die Bedingungen sind durchweg vergleichbar. Die alten, westlichen Unis sind ohne den geringsten Zweifel auf größere Studentenzahlen pro Lesung ausgelegt als die Neuaufbauten im Osten. Es mag einige Ausnahmen geben, aber die gamchte Aussage istz zu 90 Prozent richtig und wurde sogar vom Dekan bestätigt.

Die derzeitige Anerkennung der FH-Diplome reicht von einem vollständigen TU-Vordipolom bis hin zum Master. Beispiele:

1.)TU Karlsruhe schreibt FH-Absolventen direkt ins Hauptdiplom ein, erkennt weitere Leistungen nur bedingt an.

2.)TU Darmstadt fordert die Nachholung von 1 Semester Mathe und einem Wahlvertiefungsfach und läßt einen dann zur Diplomarbeit zu.

3.)TU Stuttgart macht je nach Fach ausführliche Eignungsfeststellungen.

Diese Verfahren ändern sich fast täglich und sind somit keine garantierte Rechtsgrundlage.

"sind sie zu stark, bist du zu schwach": das ist völliger Unsinn: wer ein gutes FH Diplom schafft, der hätte auch die TU bestanden. da ich Zugriff auf beide Quellen habe, kann ich das gut beurteilen. Die Mathematik-Klausuren vom karlsruher Elektrotechnik-Vordiplom sind für einen mittelguten FHler ohne weiteres bestehbar. Zwar nicht mit berauschenden Leistungen, aber bestehbar sind diese.

Die zum Teil, erheblich schwereren Aufgaben dürfen nicht darüber hinwegtäuschen daß man schon mit 11/40 der Punkte bestanden hat. An der FH sind die ganz schweren Aufgaben entfernt, dafür braucht man auch 60 Prozent.

Bei den anderen Fächern sind die Unterschiede variabler. Manche -eher unnütze- TU Fächer gibt es an der FH garnicht, andere sind an der FH sogar anspruchsvoller als an der TU.

07.01.2003, 16:14
.. besser!

"Paschalisierung? Ob Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, die Bedingungen sind durchweg vergleichbar. Die alten, westlichen Unis sind ohne den geringsten Zweifel auf größere Studentenzahlen pro Lesung ausgelegt als die Neuaufbauten im Osten. Es mag einige Ausnahmen geben, aber die gamchte Aussage istz zu 90 Prozent richtig und wurde sogar vom Dekan bestätigt."

Völlig insdiskutabel Deine "Feststellungen".
Du hörst Dich an, als hättest Du alle deutschen Unis (West wie Ost) besucht und den kompletten Studiengang bis zum Abschluß absolviert. Eine Prognose auf 90% aller Institute abzugeben ist ja geradezu lächerlich. Und das hat dann auch noch der Dekan bestätigt. Mein lieber Mann, der muß ja mindestens genausoviel rumgekommen sein wie Du.

Deine Pauschalisierungen sind auch in diesem Thread wieder mal unter aller Kanone.
Beispiele:
"Die Mathematik-Klausuren vom karlsruher Elektrotechnik-Vordiplom sind für einen
mittelguten FHler ohne weiteres bestehbar."

Bestehbar sind die auch für meine Oma. Das hat ungefähr genausoviel Gehalt.

"Die zum Teil, erheblich schwereren Aufgaben dürfen nicht darüber hinwegtäuschen daß man schon mit 11/40 der Punkte bestanden hat."

Schon wieder!!! Diese Praxis mag auf einige Anstalten zutreffen, bestimmt nicht auf "90%".

"An der FH sind die ganz schweren Aufgaben entfernt, dafür braucht man auch 60 Prozent."

siehe oben!

"Bei den anderen Fächern sind die Unterschiede variabler. Manche -eher unnütze- TU Fächer gibt es an der FH garnicht, andere sind an der FH sogar anspruchsvoller als an der TU."

Manno, Du kennst Dich aus.

Im Ernst, wenn einer einen Rat haben will, sollte man nicht mit Stammtischparolen um sich schmeißen, nur weil man eine perönliche Präferenz hat. Es ist immer sehr suspekt, wenn man mit Allgemeingültigkeitsansprüchen argumentiert.

Variovent
07.01.2003, 16:45
leutz. streitet euch nicht!

ich denke trotzdem, dass ich einen einblick erhalten habe.
sicher schildert jeder seine erfahrungen subjektiv. das stört mich hier nicht.
ich verfolge hier die disk. und bilde mir meine meinung selbst. sicher muss man kritisch sein.

fest steht für mich weiter, dass - falls ich das studium durchziehen würde - einen titel hätte, der mir finanziell vermutlich nix bringt.

es war so ein gedankengang........

aber was macht man denn mit seiner freizeit?! (außer LS BAU http://www.visaton.de/ubb/wink.gif ?)

Frank S
07.01.2003, 16:53
Jetzt halt aber mal die Luft an!

Ich bin nicht der einzige Student unseres Jahrgangs. Sowohl in Bezug auf das Studienfach als auch in Bezug auf die jeweilige Eintichtung sind die abgegebenen Kommentare SEHR eindeutig. Das kann beim Besten willen kein Zufall mmehr sein.

Das mit der Lösbarkeit ist keine einfache Behauptung, sondern erwiesene Tatsache. Die Klausuren liegen mittlerweile auf dem Server frei zugänglich.

Ich hoffe, daß wir nicht darüber diskutieren müssen daß die TU-Ka eher zu den anspruchsvolleren gehört (nicht nur von den fachlichen Ansprüchen sondern auch von den Studienbedingungen her).

Jetzt lade mal deren Klausur und rechne sie mir FH-Wissen durch. HM1: die Vektoraufgabe (Lage zweier Geraden, Flächeninhalt eines Dreiecks zwichen den Geraden) kann ein Gymnasialschüler der 12. Klasse lösen. Die Funktion von der Analysis (mit Parameter) ist zwar schwer, aber für die im B.Teil geforderte Integration ist der Parameter fest vorgegeben. Dann war es ein einfaches Integral. Hat man diese beiden Aufgaben, so liegt man schon bei 12 Punkten. Dann muß man in HM2 noch etwas mit Matritzen arbeiten usw.

Das Problem liegt an für sich nicht an den Klausuren, die wären schon okay. Übel ist der Lehrstil und die Arbeitsmittel. Man wird mit Herleitungen zugemüllt und bastelt sich Lösungswege zusammen. Damit kann man zwar die Klausuren bestehen (auch mit guten Noten), aber amn weiß nicht wirklich was man da gerade macht und wofür es sinnvoll ist.

Der Stil IST auf 90 Prozent der TUs im Westen gleich, das ist erwiesene Tatsache und nicht nur durch ständige Umfragen belegt.

Mir ist es schleierhaft, weshalb man diese Mißstände wegdiskutieren sollte!

Frank S
07.01.2003, 16:59
Zum Titel:

Ein gutes Etec-Diplom ist derzeit ein Garant für einen gutbezahlten Job. Die Vertreter stehen in der Mensa und werben um Studenten. Verteilen Glühwein und laden zum Besuch ein. Einstiegsgehälter bei 45.000$ im Jahr. Vieles hat mit dem eigentlichen Sinn der Ingenierurswissenschaft nicht mehr viel zu tun, aber wem es auf das Geld ankommt...

Wäre jetzt 1950, so könnte man RFT Meister machen. Täglich 10 TV reparieren und man hätte sein Auskommen.

Heute geht das nicht mehr! Um heute die sicherheitern eines früheren Meisters zu haben muß man min. schon ein BA Diplom haben. Viele große Betriebe stellen Techniker kaum noch ein.

UND: Als Ing kann man eher mal seine Kretivität spielen lassen und was bewegen als das ein normaler Elektroniker kann.

Zu oft ist man als gelernte Kraft der Depp der die einfache Arbeit ausführt. Das Know-How liegt dann beim Ing.

seebaer
07.01.2003, 17:32
Nur eine kleine Erinnerung aus meiner Studienzeit, hat mit dem Thread nichts zu tun und ist natürlich völlig off topic hier:

Ich habe vor 10 Jahren Mathe mit Nebenfach E-Technik in Bochum an der Uni studiert. Im Hauptstudium habe ich eine Vorlesung "Digitale Signalverarbeitung" gehört. In der (angenehmen) mündlichen Prüfung konnte ich im Wesentlichen bis auf eine Frage alles Beantworten. Diese (letzte) Frage, die mir (eigentlich Mathematiker) der lächelnde E-Technik Prof. stellte, war: "Und was hat das ganze nun mit Elektrotechnik zu tun?"

Soviel zum Bezug von der Theorie zur Praxis aus meiner Sicht.

SeeBär

maha
07.01.2003, 18:35
SeeBär!

Mir ging die theoretische Mathe ´damals´ furchtbar auf den Geist....
-------------------------------------------
Allerdings benötigt man zum Nageleinschlagen den passenden Hammer (=Theorie) UND die trainierte Treffsicherheit (=Praxis).
Sonst wird´s nix!

Gruß, maha

PS: Die Auswahl des richtigen Hammers kann man durch Befragen der richtigen Leute herausfinden. Bei der Treffsicherheit hilft einem aber niemand.

[Dieser Beitrag wurde von maha am 07. Januar 2003 editiert.]

08.01.2003, 09:44
"Jetzt halt aber mal die Luft an!Ich bin nicht der einzige Student unseres Jahrgangs. Sowohl in Bezug auf das Studienfach als auch in Bezug auf die jeweilige Eintichtung sind die abgegebenen Kommentare SEHR eindeutig. Das kann beim Besten willen kein Zufall mmehr sein."

Tut mir leid FrankS, aber dein Diskussionsstil ist ermüdend. Du unterstreichst ja nur den Vorwurf der Pauschalisierung, statt ihn zu widerlegen. Es genügt auch nicht, daß 100% der Studenten einer FH,TH, UNI oder was auch immer ihre Erfahrungen gemacht haben, um das auf 90% der Institute in ganz Deutschland zu projezieren.
Die Bedingungen sind nicht überall gleich.

"Das mit der Lösbarkeit ist keine einfache Behauptung, sondern erwiesene Tatsache. Die Klausuren liegen mittlerweile auf dem Server frei zugänglich."

Ich geb´s auf. Ich sag ja gar nicht, daß FHler nicht fähig wären auch auf der Uni zu bestehen. Es ist jedoch ein Witz, zu glauben, der Anspruch wäre hier wie dort gleich. Wiedereinmal schließt Du von einer (oder mehreren) Klausuren eines Institutes auf die Gesamtheit. Ich finde das, gelinde gesagt, peinlich. Selbst die Klausuren innerhalb einer Uni, TU, FH unterscheiden sich gewaltig, je nach Jahrgang, Professor, Assistenten. Aber egal, wir machen alles platt mit Pauschalisierung.


"Das Problem liegt an für sich nicht an den Klausuren, die wären schon okay. Übel ist der Lehrstil und die Arbeitsmittel. Man wird mit Herleitungen zugemüllt und bastelt sich Lösungswege zusammen. Damit kann man zwar die Klausuren bestehen (auch mit guten Noten), aber amn weiß nicht wirklich was man da gerade macht und wofür es sinnvoll ist."

Agree. But: Im vierten Semester hab ich auch noch nicht gewußt, weshalb ich soviel Mathe, Physik und sonstigen Kram machen mußte. Die Anwendungen kamen dann nach und nach im Hauptstudium. Natürlich bleiben immer noch ca 50% der Dinge, die man im Vordiplom durchackert, für das Hauptstudium überflüssig. Im Berufsleben, und je nach Spezialisierung, sind es dann noch weniger. Die Ausbildung ist halt umfangreicher und allgemeiner, so daß man in viele Richtungen gehen kann. Welche man nachher einschlägt, bleibt doch dem Studierenden und dem Absolventen überlassen. Die Ausbildung läßt viele Wege zu. Das bedeutet natürlich auch ein hohes Maß an Eigenverantwortung. Auf einer TU oder UNI zwingt Dich niemand, zu lernen, dich zu engagieren, oder eigene Interessen zu verfolgen. Das ist, je nach Charakter des Studierenden ein Vor- als auch ein Nachteil.
Die Verknüpfung des Vordiplomstoffes mit dem Hauptdiplomstoff ist aber IMHO wirklich etwas zu gering ausgefallen. Es könnten einige Studenten nützlich sein, gleich zu wissen, daß Sie für dieses Studium nicht geeignet sind, das würde Ihnen eine Menge Zeit und Mühe ersparen.

"Der Stil IST auf 90 Prozent der TUs im Westen gleich, das ist erwiesene Tatsache und nicht nur durch ständige Umfragen belegt."

Zwecklos: a) Du redest von DEM Stil. Das ist schon für ein einzelnes Institut nicht haltbar, da es riesengroße Unterschiede schon unter den verschiedenen Dozenten gibt.
b) siehe oben, ich bin es müde ....
c) "erwiesene Tatsache" ... blabla, das ist doch albern !

"Mir ist es schleierhaft, weshalb man diese Mißstände wegdiskutieren sollte!"

Will doch keiner. Ich will die Umstände nur nicht globalisiert sehen. Das Problem ist vielschichtig und Bedarf genauerer Betrachtung ... oder bist Du das nicht gewöhnt, so als FH-Student? grins

Frank S
08.01.2003, 16:32
Eine Verallgemeinerung ist solange gültig wie nicht eine hinreichende Anzahl von Gegenbeispielen genannt wird.

Das Niveau einer FH kann nicht so viel geringer sein als das der TU, sonst könnte man nicht innerhalb 2 Semestern den Master erwerben (ja, wieder eine Pauschalisierung).

Das ganze Leben besteht aus Pauschalisierungen. Ein vernünftigen Ingenieru muß damit klarkommen! Wenn ich sage, im Auto haben wir zu 90 Prozent ein 12V Bordnetz, so ist das auch falsch! vor 5 Jahrzehnten waren es 6V. Oder in Zukunft sind es 42V.

Man kann nicht -nur weil es manche sonst nicht richtig interpretieren können- alles bis ins letzte Detail ausformulieren.

Der Leser muß nun einmal ein Mindestmaß an Intelligenz einsetzen um die Aussagen RICHTIG zu interpretieren. Sprache ist so unpräzise uns schwammig, daß man so ziemlich jede Aussage fehlinterpretieren kann.

Der Einsatz der Intelligenz des Lesers ist somit dafür verantwortlich, den Text im Sinne des Schreibers (*das ist hier der Punkt*) zu interpretieren.

Vor 6 Monaten gab es hierr schon Krach weil ich die Trennfrequenzen nicht mathematisch exakt beschrieben hatte. Ich sagte was von ca. 2.5kHz und als ich dann ein Beispiel mit 3.2kHz genannt wurde das absichtlich fehlinterpretiert.

Es ist nicht meine Absicht, alle Aussagen exakt zu formulieren nur daß man diese nicht absichtlich fehlinterpretieren kann.

Der Seitenschlag "Frank weiß alles besser" führt NATÜRLICH zu einer leichten Gegenreaktion im Stil "Luft anhalten"

Es steht wohl außer Frage daß die Gruppengröße im Vordiplom an 90 Prozent der Unis zu groß ist für effizienten Wissenstransfer.

Um die 90 Prozent zu untermauern müßte ich jetzt JEDE Lesung auf ALLEN Unis und mit ALLEN Dozenten einzeln auflisten, noch dazu mit ALLEN Bewertugen. Und dann würden wir diskutieren über die definition von "effizient". Manche sagen dann: die Hälfte versdtanden ist ja schon effizient, andere verlangen 99 Prozent. Und Effizient wonach richten? Chronologisch? Nach Anspruch? Nach Schreibarbeit???????

Ich will nur sagen daß der durchschnittliche TU Student unter erheblichen Einschränkungen bei den Studienbedingungen leiden muß was den FHlern erspart bleibt.

Ein Beispiel: im Hörsaal mit 50 Personen ist der Tafelanschrieb besser lesbar als bei 500 Personen.

08.01.2003, 16:50
"Eine Verallgemeinerung ist solange gültig wie nicht eine hinreichende Anzahl von Gegenbeispielen genannt wird."

=&gt; alle Menschen in Afrika sind schwarz und haben platte Nasen, weil ich kenne nur schwarze Afrikaner mit platten Nasen, also ist diese Behauptung allgemeingültig.
Es ist gar nicht wichtig Gegenbeispiele zu nennen, wichtiger ist es, Gegenbeispiele als möglich und wahrscheinlich anzunehmen und keine Quoten zu nennen, die man beim besten Willen nicht beweiesen kann ("erwiesener Fakt!")

"Das Niveau einer FH kann nicht so viel geringer sein als das der TU, sonst könnte man nicht innerhalb 2 Semestern den Master erwerben (ja, wieder eine Pauschalisierung)."

Zudem noch Äpfel mit Birnen verglichen. Bleiben wir doch beim Dipl.Ing und nicht bei Dipl.Ing. light (Master).


Ich will dich ja gar nicht persönlich angehen, aber Du stellst einfach Behauptungen auf, die schlichtweg so nicht stimmen und postulierst Allgemeingültigkeit, da brauch´s keine Fehlinterpretation.
Auch das mit den 500 Studenten pro Vorlesung stimmt nur in den Massenvieh-abfertigenden Unis (Aachen z.B).

Frank S
08.01.2003, 19:59
Gesagt wurde: fast alle.

Fast alle sind alle bis auf unendlich viele!!!

Der Master ist kein Dipl. light. Das deutsche Dipl. wird ohnehin abgeschafft (betrifft sowohl TU als auch FH).

09.01.2003, 08:54
"Der Master ist kein Dipl. light. Das deutsche Dipl. wird ohnehin abgeschafft (betrifft sowohl TU als auch FH)."

wieder so ne blöde Behauptung, die keine Grundlage hat

raphael
09.01.2003, 09:11
Hallo Frank!

Ich habe mich hier lange zurückgehalten, aber so wie Du Dich hier äußerst, finde ich das nicht ok und meiner Meinung nach sind da viele Äußerungen bei, die schlichtweg falsch sind.
Zum ersten, ich weiß nicht, wo Du studierst, aber das deutsche Diplom wird nicht abgeschafft. Hier in Bremen an der Uni (Uni! Keine TU, keine TH, keine FH oder sonst was), werden beide Abschlüsse gleichzeitig angeboten: Diplom und Master in Koexistenz und die Professoren verweisen mit Stolz darauf, daß hier das Diplom "aufrecht" erhalten wird. Habt Ihr bei Euch eigentlich auch Gastvorträge von Vertretern aus der Industrie? Wenn ja, geh mal hin und hör genau zu: Bei uns wird immer erzählt, daß zwar eine Internationalisierung sehr begrüßt wird, insbesondere die Einführung englischer Vorlesungen als Pflichtfächer, aber nach wie vor ist das deutsche Universitätsdiplom einer der angesehensten Abschlüsse auch international und ich glaube nicht, daß Firmen wie Siemens & Co. da ünfähig seien, dies zu beurteilen. Außerdem geht in dieser Diskusssion hier ein wichtiger Punkt unter, der uns vom ersten Semester an immerwieder vorgebetet wurde: Ziel des Uni-Diploms ist es in erster Linie nicht, einen Fachidioten heranzuzüchten, der vielleicht innerhalb von einer Stunde einen Regelkreis für eine Heizung zusammenlöten kann, sondern einen jungen Ingenieur, der auf eine breite Wissenbasis zurückgreifen kann und deshalb fähig ist, sich schnell und effizient in unterschiedliche Themengebiete einarbeiten kann. Deshalb mag es vielen so erscheinen, daß viel unnützes Zeug gelehrt wird, weil man seinen Blick nur auf seine eigene Fachrichtung (z.Bsp. Nachrichtentechnik) gerichtet hat, beschäftigt man sich dann aber zum Beispiel mal mit Mikrosystemtechnik wird man wieder einige Dinge brauchen, die man bisher zwar nicht gebraucht hat, aber schonmal gelernt hat!
Was das Thema Anspruch von Klausuren etc. betrifft: Bei uns wird mit voller Absicht bis zum Vordiplom ein sehr hoher Leistungsdruck aufgebaut, der deutlich über FH-Niveau liegt! Über die Aufgaben, die Du beschrieben hast, kann ich nur lachen, dafür gibt es bei uns nochnichtmal eine Punkt. Für unser Vordiplom mußten wir ganze Netzwerkanaylsen machen, schön mit Laplacetransformation, Übertragungsfunktion und Systemantwort etc., kann Dir gerne mal so eine Klausur geben und auch die Rahmenbedingungen nennen: 4Aufgaben, 120min Zeit, bestanden ab 30 von 60 Punkten. Abschließend noch ein Zitat von einem unserer Profs (Prof. Meinerzhagen, falls Dir das etwas sagt, sonst frag mal bei Intel http://www.visaton.de/ubb/wink.gif ), die aber eher hier so ein wenig Lächeln und Witz hereinbringen soll: Wir hatten ihn nämlich mal gefragt, ob er das, was er lehrt, mal praktisch zeigen kann anhand einer realen Schaltung oder so. Seine Antwort: "Sie sind hier an einer Universität, do sollen sie die theoretischen Grundlagen lernen, verstehen und später einmal weiterentwickeln, zum Knöpfchendrücken können sie ja an die FH gehen."

Have a nice day!

Raphael

09.01.2003, 09:35
@Raphael

koreggter Beitrag Alda!

Nee, nee im Ernst, so konkret wollte ich es nicht ausdrücken (Gegenbeispiel), aber ich mag einfach keine "Fakten"-verdrehung, Pauschalisierungen und Allgemeingültigkeitsansprüche.

Bernhard
09.01.2003, 10:03
<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">Zitat:</font><HR>sondern einen jungen Ingenieur, der auf eine breite Wissenbasis zurückgreifen kann und deshalb fähig ist, sich schnell und effizient in unterschiedliche Themengebiete einarbeiten kann.[/quote]

Ohh ! Der junge Herr Ingenieur ! Ohh !


Wo es hier jetzt konkret wird, darf ich dann auch konkret werden:

Eine Firma S*****s schert sich einen Dreck um irdendwas.

Wir brauchen Computer-Inder = Elektronik-Inder.

Die brauchen wir.

Warum ?

Wir wollen nicht in die Unis und in die Ausbildung der Studenten investieren.

Warum ?

Zu teuer !

Warum ?

Das Flugticket für den Computerelektronik-Inder ist billiger als die gute Ausbildung für den deutschen Studenten.

Und die Gehaltsforderung des Inders ist möglicherweise auch etwas niedriger.

Frei nach dem Motto: Wenn ich in Taiwan fertige Chassis billig einkaufen kann, warum soll ich sie teuer hier in Deutschland produzieren ?


Kennen wir das nicht irgendwoher ?

Das soll nun kein Vorwurf sein, wer würde es nicht so machen...


Grüsse, Bernhard

09.01.2003, 13:46
Es ist mir gar nicht bekannt, daß irgendwer, außer den Ländern und den Studenten selbst, für Ihre Ausbildung aufkommt. Also wir alle als Steuerzahler.
Der Grund, warum ausländische Fachkräfte verstärkt in Hochtechnologieunternehmen arbeiten, ist der, daß es nicht genug gute und flexible deutsche Absolventen gibt. Weniger Geld verdienen die Computer-Inder übrigens auch nicht.
Vielmehr ist es so, daß ausländische Studenten in Deutschland vom deutschen Bildungswesen profitieren (werden vom deutschen Steuerzahler mitfinanziert) und nach dem Abschluß Ihnen allerhand Steine in den Weg gelegt werden, in Deutschland zu arbeiten. Das ist IMHO die Sauerei. So finanzieren wir die Ausbildung in anderen Ländern quer.
Die Firman S*****s ist sowieso so ein Spezialfall. Wenn´s läuft werden ganze Absolventenjahrgänge "eingekauft", um sie in schlechten Zeiten zu 80% wieder alle ´rauszuschmeißen.

Frank S
09.01.2003, 15:22
Die Abschaffung des deutschen Diplomes ist keine Erfindung sondern bereits politisch festgelegt.

Den genauen Termin habe ich vergessen, aber es steht schon fest!

Zumindest über diesen Puunkt brauchen wir also nicht zu streiten. Einfach mal in die Zeitung schauen oder mit den Dozenten sprechen.

09.01.2003, 15:45
Politisch von wem festgelegt?
Die Abschaffung des Diploms und Ersetzen desselben durch Master und Bachelor wird von einigen Hochschulen erwogen, aber "politisch festgelegt" wird sowas nicht (siehe HRG). Bachelor und Master können zusätzlich, gar nicht, oder alternativ von einer Hochschule vergeben werden. Aber nicht zwingend.

Aber wahrscheinlich ist es jetzt auf deiner FH (was vergeben die denn? für Master ist ein FH Diplom zu wenig, für Bachelor zuviel), so, daß das Diplom (FH) abgeschaft wird und schon denkst du, das es erwiesenr Fakt ist.

Frank S
09.01.2003, 16:45
Der Master Titel wird an der FH derzeit ist in enger Kooperation mit einer befreundeten Uni vergeben wobei Dozenten der Uni eine Lesung im Hauptdiplom halten.

Später werden die einzelnen Studiengänge der FH in festen Zeitintervallen evaluiert und dann -falls geeignet- mit einem Master-Titel abgeschlossen:

-&gt;Aus dem Uni-Diplom wird der "Master of Science"

-&gt;Aus dem potitiv evaluierten FH-Diplom wird ebenfalls der "Master of Science"

-&gt;Aus dem durchschnittlichen FH-Diplom wird der "Bachelor"

Da sich einige Universitäten mit Händen und Füßen gegen die FH-Konkurrenz wehren, wird zusätzlich der Titel "Master of Engineering" als beschränkter FH-Abschluß vorgeschlagen.

Das aktualisierte Hochschulrahmengesetz stellt derzeit einen ziemlich faulen Kompromiss da, der aber keinesfalls die Endfassung ist! Z.B. der Forschungsauftrag der FHs ist nicht endgültig bestimmt.

Die von mir genannten Änderungen sind in der Größenordnung von 5-6 Jahren zu erwarten.

LaPlace-Transformation wird auch auf der FH gelehrt, allerdings in Verbindung mit Systemtheorie. Von Vorteil ist dabei, daß die konkrete Lösung dabei nicht unter den Tisch fällt.

Die Anfrage nach der Vorführung der Theorie an der konkreten Schaltung kann der Dozent auch so beantworten:

"Die Anwendung von Theoretischem Wissen entspricht keinesfalls dem akademischen Niveau".

Dies ist eine sehr beschränkte Einstellung.
Eine Gegensätzliche Aussage ist:

"Wenn Sie in der späteren Ausübung Ihrer Tätigkeit eine neue mathematische Herleitung benötigen, so können Sie das Projekt aufgeben"


Letztlich wird der FH-Absolvent vom Uni-Dozent oft zum besseren Handwerker gemacht - andererseits lehnen viele FHs Herleitungen grundsätzlich ab und konzentrieren sich zu stark an die Anwendung.

Die Optimale Lösung dürfte in der Mitte liegen: wichtige Zusammenhänge herleiten damit man weiß, was man da gerade berechnet und unter welchen Vorraussetzungen.

Unter der Anwendung von Theoretischem Wissen verstehe ich nicht das Zusammenlöten einer Schaltung oder den Ölwechsel am Auto! Eine Anwendung ist schon die vollständige Dimensionierung einer Schaltung so daß sie dann ein Elektro-Meister fachgerecht zusammenbauen könnte.

Manche (nicht alle) Theoretiker sind schlicht nicht imstande, solch eine Aufgabe entsprechend umzusetzen. Die Ergebnisse laufen zwar unter Target, aber im rauhen Industriealltag ist der Ausfall dann an der Tagesordnung. Etwas ERFAHRUNG mit der Praxis ist also definitiv nicht von Nachteil!

raphael
09.01.2003, 17:36
@Frank:
Genau in Deinem letzten Beitrag haben wir das, was Du offenbar nicht verstehen (willst). Es ist NICHT Ziel der Universitätsausbildung, eine praktische Anwendung zu lehren, sondern ganz gezielt, etwas herleiten zu können und zu vermitteln, wie man auf eine bestimmte Gesetztmäßigkeit gekommen ist, sodaß diese weiterentwickelt werden kann. Was meinst du denn, warum es wesentlich mehr FHs als Unis mit ETechnik gibt? Natürlich werden mehr Praktiker gebraucht als Theoretiker. Aber es werden auch ein paar Theoretiker gebraucht, oder glaubst Du, in zum Beispiel der Nachrichtentechnik sind Modulationsvorschriften vom Himmel gefallen? Oder die ganzen analogen Filtertypen wären durch zufälliges Verändern eines Bauteilwertes entstanden? Wenn Du Dir mal die Aufsätze von den entsprechenden Leuten durchliest, wirst Du merken, wieviel Theorie (und vorallem Höhere Mathematik) dahinter steckt und oft sind Fortschritte durch theoretische Überlegungen (insbesondere in der Digitaltechnik) entstanden. Den umgekehrten Fall gibt es aber natürlich auch.

Raphael

raphael
09.01.2003, 17:43
Ich vergaß zu sagen:

Oft geht es gar nicht darum, eine Schaltung zu dimensionieren, sondern Du brauchst, sagen wir mal für Deine Feldbuskomponente oder für Deinen DSP in einem CD-Player einen neuen Algorithmus. Was machst Du dann? Da kommst Du ohne Theorie nicht aus und Du wirst zunächst keinen konkreten Anwendungsfall haben, sondern Dir überlegen müssen, welche mathmatischen Operationen muß ich anwenden (mit + und -, sin und cos gewinnt man nichts http://www.visaton.de/ubb/wink.gif ). Sehen tut man da nichts, da reicht schon fast ein Blatt Papier und ein Bleistift. Wenn ich jetzt aber nicht weiß, wie man eine Herleitung zu wege bringt, bleibt mein Blatt leer.

Raphael

10.01.2003, 14:30
Für ein ET-Studium brauchst du schon immense Selbstmotivation und eine ganze Portion von Masochismus. Als Fernstudium ohne Kontakte zu Leidensgenossen kann ich mir kaum vorstellen, das zu schaffen. Nach meiner Erfahrung wird an den Unis Erkenntnis als Selbstzweck angesehen, während man an den FHs zumindest im Hauptstudium doch konkrete Problemlösungen im Auge hat. Ich denke, daß "Forschernaturen", die neue Theorien entwickeln wollen um dafür einen Nobelpreis zu bekommen an der Uni besser aufgehoben sind, während "Bastlernaturen", die mit vorhandenem Wissen technische Probleme lösen möchten, an der FH besser aufgehoben sind. Geschenkt wird einem an der FH aber auch nichts; ich denke die Randbedingungen sind aber etwas besser. Statistisch betrachtet ist die Arroganz der Profs dort auch geringer. Die Berufsaussichten sind mittelfristig nicht so vielversprechend; Wirtschaftsingenieur wäre da vielleicht eine Alternative.

Frank S
10.01.2003, 15:07
@Vierpol:

Ich stimme zu 100 Prozent zu! Kurze aber scharfe Darstellung der Situation. Das mit dem Selbstzweck ist sehr gut formuliert.

-&gt;Zur Forschung möchte ich eines noch anfügen:

Auswendiglernen mathematischer Beweise (die oft nur mit Tricks zu führen sind und durch stures Ausprobieren gefunden wurden) ist wenig hilfreich für die spätere Arbeit als ingenieur, auch in der Forschung. Die Mathematik hat sich in den letzten 200 Jahren nicht mehr nennenswert geändert. Was man auf dem Fußweg herleiten / beweisen kann, ist schon bewiesen und kann einfach nachgeschlagen werden!

Die *tatsächlich* auftretenden mathematischen Probleme auf die man als Ing trifft kann man ohnehin NICHT mehr auf dem Fußweg lösen!

Ein FH Absolvent ist SEHR WOHL imstande, neue Algorithmen und Methoden zu entwickeln, außerdem ist er zur Grundlagenforschung fähig. Bei letzterem ist eine intensive Einarbeitung in die spezifische Materie ohnehin unerläßlich wofür beide hinreichend qualifiziert sind.

Wie gesagt: ein FHler ist KEIN Handwerker!


Anmerkung:

Das Vordiplom in Karlsruhe hat trotz der machbaren Klausuren Durchfallquoten von bis zu 91.2 Prozent in Mathe! Und es sind nicht die unfähigsten Abiturienten die dort ihr Studium beginnen. Ursache ist, daß man vor all der Theorie aus der Lesung z.B. nicht imstande ist, die Determinante einer Matrix zu berechnen! Man könnte zwar Theorien über Zahlenkörper anstellen, aber zum Rechnen reicht es nicht. Die Symbiose aus Theorie und Anwendung muß gewährleistet sein.

10.01.2003, 15:50
Pflaumen gibt es überall. Wer gerne schneller fertig werden will, soll zur FH gehen, wer gerne tiefer in die Materie einsteigen möchte, geht zur Uni.
Fakt ist, wie das FrankS immer so schön sagt, die Ausbildung ist nicht gleichwertig. Die Bezahlung hinterher in der Regel auch nicht.
Aber wenn´s nur um´s Geld geht, lernt Fliesenleger, Schreiner, Klempner, Maler Heizungsbauer. Das Handwerk hat goldenen Boden. Oder werdet Gewinner von "Deutschland sucht den Superstar".
Arrogante Professoren hatte ich in meiner Uni Karriere genau einen.

Frank S
10.01.2003, 17:04
Was den Arbeitsmarkt angeht: die letzten Jahre hatten praktisch alle Absolventen schon vor Ende des Studiums ihren Arbeitsvertrag unter "Dach und Fach". Über Einstiegsgehälter, Position usw. wurde anonym Statistik geführt.

Desweiteren entstehen in den höheren Semestern enge Kontakte mit der Industrie. Mitarbeiter lassen sich hin und wieder sehen und suchen Kontakt zu neuen Absolventen.


--&gt;Auch gibt es schon im Vordiplom zahlreiche Förderungen [zum Teil nur für gute Studenten mit Schnitt um 2] die von einer Firma gegen Leistungsnachweis ihren Unterhalt bezahlt kriegen. Man bewirbt sich bei einer Firma für das Förderungsprogramm und leistet neben dem Studium einige Arbeitstage im Monat bei der Firma ab. Dies sollte man jedoch nur dann in Erwägung ziehen, wenn man es sich zeitlich leisten kann.

Bei einem NC von 1.4er für manche Fächer kann von einer zweitklassigen Ausbildung für "eingeschränkte" Bewerber sicher keine Rede mehr sein.

Die Ausbildung an einer !!anerkannt guten!! FH ist nicht gleich dem TU Diplom, aber gleichwertig was sich aktuell auch in der Möglichkeit zur Zulassung zum höheren Dienst niederschlägt. Da muß von politischer Seite noch einiges getan werden um den neuen Gegebenheiten Rechnung zu tragen.

Ganz sicher war vor vielen Jahrzehnten die FH in der Tat ein zweitklassiges Studium für Personen ohne allgemeine Hochschulreife. Seit den Anfängen hat sich da VIELES getan.

Ein aktuelles FH Studium ist durchaus in der Lage, auch sehr gute Abiturienten bis an ihre Leistungsgrenze zu fordern!

Das Handwerk sehe ich keinesfalls als Alternative. Vor 50 Jahrenb war ein RFT-Meister noch ein solider, sauberer und gutbezahlter Job. Heute kommt man damit nicht mehr weit!

Jetzt aber genug davon, wer sich zum Studium entschließt, der sollte UNBEDINGT vor Ort sich mal einige Tage alles in Ruhe anschauen und nicht auf die getürkten offiziellen Besuchstage verlassen.

Gegen einem privaten Gespräch mit dem Dekan, den einzelnen Dozenten und einigen Studenten wird eine gute Hochschule nichts einzuwenden haben. Wird man schon von Anfang an auf die Besuchstage vertagt, so braucht man sich nicht näher mit der Einrichtung zu befassen.

Das ist auch der Nachteil mit dem Fernstudium: Mit den Dozenten vor Ort kann man sich unterhalten. Nicht nur über gelegentlich auftretende fachliche Probleme sondern auch über allgemeine Themen. Dozenten die die die Lehre ernsthaft betreiben unterhalten sich auch gerne mal über weitreichendere Themen mit ihren Studenten und opfern ihre private Zeit dazu.

10.01.2003, 17:34
Ätsch jetzt hab ich wieder das letzte Wort.

Das hier verfolgt sowieso kein Studierwilliger. Also Schluß damit.

EL
10.01.2003, 18:55
Au Mann... jetzt muß i auch noch meinen senf dazugeben. die ganze diskussion hier is einfach zu langwierig, daß sie sich irgendjemand komplett durchlesen würde.

also, ich sage es mal so:
einige haben es schon genannt. der unterschied zwischen FH und TU ist einfach der umfang des lehrprogramms und dessen ausrichtung. an der FH wird praxis hochgeschätzt und nur die nötigste theorie dazu vermittelt. auf der TU hingegen lernt man viel von allem und von wenig ganz viel. TU´s sind einfach wissenschaftlicher ausgerichtet... TU-absolventen sind dazu da um in der forschung was weiterzubringen, da sie über das nötige (wissenschafltiche) hintergundwissen verfügen. deshalb auch so viel theorie... aber auch praxis, es gibt keine studien mehr, (selbst an den normalen Unis) wo man nur theorie pauken muß. im vergleich zu der FH ist das natürlich meist nicht sonderlich viel, dafür haben TUler wissen von dingen die ein FHler nie gehört hat.
und bezüglich schwierigkeit eines FH studiums gegenüber einem TU studium... tja, das kann man net so genau sagen. die ausbildungsziele sind zu unterschiedlich um dies so einfach beantworten zu können.

studiere selbst maschinenbau an der TU-Graz

10.01.2003, 18:58
letztes Wort Teil2

Variovent
12.01.2003, 21:15
wer sagt, dass das keiner liest?

13.01.2003, 11:51
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