Alt 12.05.2019, 12:03   #1
elektron
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DC Offset vom Verstärker...

Hallo,

mich beschäftigt die Frage wie viel Gleichspannungs-Offset für einen typischen, kleinen HiFi Bass bzw. Breitbänder akzeptabel ist. Also letztendlich die Frage ab welcher Gleichspannung verschlechtert sich der Klang merklich und wo droht Beschädigung

Konkret habe ich an einem mini Verstärker gemessen der intern mit einem TDA7265 aufgebaut ist. Der hat am Ausgang so um die 500mV Offset. Es dürfte sich nicht um einen Defekt handeln, je nach Beschaltung sind auch schon einmal 2V Offset im Toleranzbereich - auch wenn mir das gar nicht gefällt...

Danke im Voraus,
Christian
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Alt 12.05.2019, 14:24   #2
zymorg
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Es überrascht mich etwas, dass du so einen hohen Offset hast. In welcher Konfiguration wird das IC betrieben? Ist der Verstärker selbst gebaut oder von welcher Marke?

Ich würde sagen 100mV ist akzeptable Obergrenze (aus dem Bauch raus). Aber das ist eigentlich auch schon viel.

Vielleicht doch ein Defekt oder Fehler?
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Alt 12.05.2019, 14:38   #3
mechanic
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Ich würde mal sagen: Mit der Schieblehre Unterschied Membranlage gepolt zu verpolt messen und die Hälfte davon ist das, was an linearem Hub verloren geht. In einer Richtung bleibt die Spule im Feld, in der anderen fehlt es halt ...

Ansonsten muss das im zweistelligen mV-Bereich liegen, sonst ist das bei einem Chip-Amp (ohne Stellschraube) einfach nix.

Nachtrag: Es gibt da noch die Option Betrieb mit nur einer Versorgungsspannung; dann sind Ausgangselkos verbaut und der Offset wäre erledigt (nicht optimal, aber vielleicht eine pragmatische Lösung).

https://components101.com/ics/tda726...udio-amplifier
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Gruß Klaus
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Ein Standpunkt ist ein geistiger Horizont mit dem Radius null

Geändert von mechanic (12.05.2019 um 15:00 Uhr)
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Alt 12.05.2019, 15:53   #4
elektron
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Hallo,

den DC Hub habe ich nicht gemessen, aber er ist je nach Chassis durchaus deutlich sichtbar...

beim Verstärker handelt sich um einen Renkforce (Conrad) SAP-702.

Klar, das ist kein wirklich hochwertiger HiFi Verstärker, aber für ein paar kleine Schreibtischlautsprecher mit z.B. FRS8m doch ganz nett...

Zuerst dachte ich auch an einen technischen defekt, aber auch ein fabriksneuer Amp ist in diesem Bereich. Jetzt habe ich mich etwas näher damit befasst, das dürfte tatsächlich innerhalb der Toleranz des Chip sein. Wenn man das techn. Datenblatt zum TDA7265 betrachtet dann findet man die Angabe bis zu +- 20mV Eingangsoffset. Im SAP-702 wird der TDA mit einem stolzen Verstärkungsfaktor von 100 (40dB) betrieben wodurch rein rechnerisch bis zu 2V Gleichspannung am Ansgang sein dürfen.

Netterweise gibt es zu dem Amp auf der Conrad Seite einen Schaltplan.

Im Prinzip überlege ich gerade einen grundlegenden Umbau, also z.B. die Verstärkung des TDA von 40dB auf das Minimunm von 25dB reduzieren. Dann muß man aber auch die Vorstufe umbauen weil die im Moment keine Verstärkung sondern etwa 3-4dB Verlust macht... Alternativ könnte ich probieren einen Offset Abgleich einzubauen... Oder einfach einen dicken Elko dazwischen?

Vor all dem drängt sich aber einfach die allgemeine Frage auf was tolerierbar ist.
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Alt 12.05.2019, 16:17   #5
zymorg
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Mit dem Eingangsoffset haste natürlich recht, das kann sich im worst case schon am Ausgang summieren. Aber ich glaube kaum dass der TDA7265 eine Verstärkung von 100 hat. 25 wäre wohl eher realistisch. Vielleicht rechnen die mit dem Vorverstärker.

Aber selbst bei 25 hättest du im worst case 500mV DC Offset. Wenn du die Verstärkung zu weit herabsetzt fängt das Teil aber an zu schwingen! Datenblatt sagt min. 25dB.

Elko zwischen Ausgang und Lautsprecher geht natürlich immer.
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Alt 12.05.2019, 16:47   #6
elektron
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Hallo,

... doch, der ist auf ~100 eingestellt. (Dafür macht die Vorstufe eher eine leichte Abschwächung von ein paar db)

Hier gibt es das Schaltplan PDF: https://produktinfo.conrad.com/daten...ERSTAERKER.pdf

Man sieht (rechts untern, z.B. R322/R323) 56k zu 560Ohm. Das macht rein theoretisch sogar 101

Christian
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Alt 12.05.2019, 17:09   #7
Fraggle
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2 V Offsetspannung sind definitiv zu viel, gute Verstärker liegen eher unter 100 mV.

Bei Elkos in den Lautsprecherleitungen müßte man sich Gedanken wegen der Polung machen - 2 V bei Falschpolung bekommen dem Elko auf Dauer nicht. Man weiß ja auch nicht, wie sich die Offsetspannung über die Zeit verhält.

Ich würde es eher mit einem Elko 100uF/35V jeweils in Reihe mit R321 und R323 (560 Ohm) versuchen.
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Alt 12.05.2019, 21:15   #8
zymorg
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Zitat:
Zitat von Fraggle Beitrag anzeigen
2 V Offsetspannung sind definitiv zu viel, gute Verstärker liegen eher unter 100 mV.

Bei Elkos in den Lautsprecherleitungen müßte man sich Gedanken wegen der Polung machen - 2 V bei Falschpolung bekommen dem Elko auf Dauer nicht. Man weiß ja auch nicht, wie sich die Offsetspannung über die Zeit verhält.

Ich würde es eher mit einem Elko 100uF/35V jeweils in Reihe mit R321 und R323 (560 Ohm) versuchen.
Der Elko ist eine gute Idee, so wird der DC-Offset nicht mehr verstärkt. Das ist die Standardschaltung in Audioverstärkern.

Hab ich gar nicht gesehen mit 100x, habe noch die empfohlene Schaltung aus dem Datenblatt mit 32x Verstärkung im Kopf gehabt. Aber 100 (10dB über Empfehlung) ist schon sehr viel. Warum die das bloß gemacht haben? So verschenkst du NFB und hast mehr Verzerrungen. Vielleicht läuft das IC nicht stabil genug.
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