Alt 28.01.2003, 10:07   #1
crz
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Concorde LIGHT

... meine natürlich eine Experience V20 im Concorde-Gehäuse. Das Concorde Gehäuse gefällt mir um Wellenlängen besser als dieser Experience V20 "Klotz". Es wurde ja schon mal gefragt ob man das machen darf ...

Von der BR Abstimmung ist das ganze natürlich ok, aber wie sieht es im Mitteltonbereich aus? Dazu habe ich bisher noch keine Antwort im Forum gelesen. (Stichwort "Bafflestep"). Die Schallwand der Concorde ist ja um die Mitteltöner sehr schmal (194mm + je 38mm Fase), bein Original Experience Gehäuse eher breit (262mm + je 19mm Fase), dafür werden die Chassis aber asymmetrisch montiert. Sinbd die Unterschiede vernachlässigbar?

Gruß
Christian
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Alt 28.01.2003, 10:19   #2
We-Ha
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Ich hatte das seinerzeit bei Visadrön direkt abgefragt, die teilten mir mit, das es ohne jegliche Änderung machbar wäre, auch den GF 200 könnte man anstelle des W 200 S einsetzen, was ein bässeres 'mächtig Baddabumm' macht.
Ohne Änderung bezieht sich hier allerdings nur auf die FQW, Änderungen wegen Chassis-Öffnungen sind natürlich zu berücksichtigen (bevor wieder irgend so'n Schlaumeier mir was erzählen will... )
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Alt 28.01.2003, 10:51   #3
crz
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... und der Bafflestep? Sein Wirkungsbereich verschiebt sich doch in einen höheren Frequenzbereich. Mit gleicher Weiche würde ich annehmen, das ich eine Überhöhung bei der neuen Wirk-Frequenz des Bafflesteps bekomme und eine Senke bei der alten. Kann man diese Effekte vernachlässigen? (Vielleicht kann man das aufgrund der asymmetrischen Montage der MT's auf der breiteren Experience Schallwand?)

Gruß
Christian
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Alt 28.01.2003, 11:49   #4
We-Ha
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Ich gehe davon aus, wissen tu ich es allerdings nicht, ich muss mich da immer auf die Töne Visas verlassen
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Alt 28.01.2003, 11:50   #5
We-Ha
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Einzig wirklich akzeptable (?) Lösung: Aufbauen, nach Visaton in die Mess-Heiligtümer und aus/einmessen lassen.
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Alt 28.01.2003, 11:57   #6
Tomtom
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Hallo,

bevor Du Dir über den Bafflestep Sorgen machst, überlege, was hierbei eigentlich wirklich passiert, unter welchen Bedingungen er gemessen wird, und ob und inwieweit er in einer Umgebung mit Diffusschallfeld und in dieser Umgebung innerhalb des Diffusschallfeldes überhaupt noch vorhanden ist...
Es könnte leicht sein, dass Du zu einem erstaunlichen Aha-Ergebnis kommst.


mfg

Tomtom
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Alt 28.01.2003, 13:07   #7
crz
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Hallo Tomtom,

ich kein Fachmann für "Bafflestep". Ich weiß nur, dass immmer gesagt wird: "... das Gehäuse kann bei konstanten Volumen im Prinzip freu verändert werden, nur die Schallwandbreite sollte nicht zu stark verändert werden. Einige cm sind kein Problem ..."

Diese Aussage bezieht sich ja wohl auf Betrieb der Lautsprecher im Wohnraum mit Diffusschallfeld! (Worauf sonst) Und beim Vergleich Concorde/Experience handelt es sich doch schon um ein einige cm Unterschied ...

Gruß
Christian
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Alt 28.01.2003, 19:02   #8
Tomtom
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Hallo,

die Sache ist an und für sich recht simpel:

Stelle Dir einen schalltoten Raum vor, in dem ein Lautsprecher und brav in 1m Abstand davon ein Meßmikro stehen.
Gemessen wird mit einem gleitenden Sinus bei konstanter Eingangsspannung.
Was wird passieren?
Aller Schall, der nicht direkt auf das Mirko gerichtet ist wird von den Wänden absorbiert, es entsteht keinerlei Diffusschallfeld. (Die Messung findet innerhqalb des Hallradius statt und erfolgt damit im schalltoten Raum fast völlig entfernungsabhängig stets im Nahfeld...)
Die Messung beginnt sagen wir mal bei 70Hz. Hier hat ein TT noch ein super Rundstrahlverhalten und daraus folgt nichts andees, als dass er eine erhebliche Menge an Schallenergie (Pegel) in Richtungen abgibt, in denen sie verpuffen und nicht zur Messung des Gesamtpegels beitragen können.
Mit steigender Frequenz wird die Bündelung des Baßchassis zunehmen, d.h. die Abstrahlung auf Achse wird relativ gesehen stärker, der Kugelstrahler ist keiner mehr. Dies setzt sich fort, bis beinahe alle Schallenergie gerichtet auf der 0° Achse abgestrahlt wird, doch zumeist trennt die Weiche den TT wesentlich früher und das gleiche Spiel geht mit dem MT und zuletzt mit dem HT weiter.
Das Gehäuse nun bewirkt unabhängig vom o.a. Effekt eine Brechung/Dispersion des abgestrahlten Schalls an seinen Kanten. Der Effekt ist dem o.a. recht ähnlich, bewirkt er doch, dass gewisse Frequenzanteile zum Mikro hin und andere vom Mikro weg gebeugt werden. Letztere verschwinden im schalltoten Raum.
Aus der Sicht des Messenden sieht es nun aber so aus, als würde der Lautsprecher mal lauter, mal leiser, er mißt einen welligen Pegelverlauf.
Das Ansteigen des Pegels um eine gewisse Grenzfrequenz herum, das durch den Übergang vom 4pi in den 2pi Raum bewirkt wird (Beispiel 1) nennt man Baffle-Step. Die Kantendispersion von Schall durch die Schallwand nennt man Baffle-Diffraction.
So weit so schrecklich?
O contraire mon ami!
Denn was passiert im normalen Abhörraum?
Hier verpufft der indirekte Schall eben nicht im schalltoten Raum sondern wird je nach Bedämpfung des Raumes mehr oder weniger abgeschwächt reflektiert. Er trägt demnach zum Gesamtpegel des Diffusschallfeldes bei, innerhalb dessen sich unsere Abhörposition quasi immer befindet, wenn der Hörplatz mehr als 1m vom Lautsprecher entfernt ist.
Über die bemerkenswerten Eigenschaften, vor allem über die falsche Ansicht, der Pegel würde im Diffusfeld mit dem Abstand sinken, habe ich mich an anderer Stelle bereits in epischer Breite ausgelassen, weshalb ich hier darauf verzichten kann.
Was folgt also für uns daraus?
1. der Pegel im Wohnraum (selbst ohne die Raumanhebung explizit zu berücksichtigen, die ja auch eine erhebliche Rolle spielt), liegt deutlich über dem im schalltoten Raum;
2. Die Welligkeiten durch die Effekte zu 1 und 2 werden im Diffusschallfeld weitestgehend ausgeglichen (durch die Bedämpfung des Raumes aber nie zu 100%);
3. Weder Baffle-Step noch Baffle-Diffraction müssen uns daheim irgendwelche Sorgen machen.

Auch ohne schalltoten Raum kann man diese Effekte gut messen, wenn man Raumreflektionen durch geeignete Wahl des Zeitfensters der Messung ausblendet...
Damit machten schon vor 20 Jahren und machen auch heute einige Zeitschriften dann ihr Geld.

Das oben gesagte trifft aber nicht auf echtes Nahfeld-Hören zu, am Regiepult etwa, bei denen man auch tatsächlich im Nahfeld eines Lautsprechers und oftmals noch in einem sehr stark bedämpften Raum sitzt, aber das sollte daheim wohl eher die große Ausnahme sein.


mfg

Tomtom
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Alt 28.01.2003, 20:02   #9
BigAl
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Und was bedeutet das nun für die bei Visaton angewandte Kontruktionsmethode: alles zusammenbauen, in die schalltote Kammer stellen und eine lineare Weiche dafür konstruieren?

Vollkommen falsch oder vollkommen egal?
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Alt 28.01.2003, 23:27   #10
Tomtom
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Hallo,

hm, eine sehr gute Frage.
Wenn ich mich recht erinnere, hat VISATON ja einmal geschrieben, dass man das Phänomen Baffle-Step nicht so recht nachvollziehen könne.
Vielleicht liegt es daran, dass sie in deutlich größerem Abstand messen und nicht ausschließlich nur im schalltoten Raum.

Tatsächlich kann ich Dir diese Frage aber nicht wirklich beantworten. Fakt und an etlichen Stellen (z.B. JAES) nachzulesen, ist lediglich das, was ich oben schon schrieb.
Vielleicht liefert aber genau diese Frage zugleich eine weitere Antwort darauf, warum Messungen Dritter, die nicht im schalltoten Raum gemacht wurden bisweilen von den VISATON-Messungen abweichen.


mfg

Tomtom
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Alt 29.01.2003, 07:27   #11
crz
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@ Tomtom: Danke!

... bleibt bei mir auch die Frage: Warum klingen die VISATON Boxen gut, obwohl sie meines Wissens im schalltoten Raum auf einen linearen Freuenzgang getrimmt werden? Oder wäre noch mehr drin, wenn man unter realistischeren Bedingungen abstimmt?

Wie groß ist der Effekt eigentlich?? Bei 1 - 2 dB wäre das VISATON Verfahren ja wahrscheinlich ein guter Kompromiss um ín den meisten Hörräumen passable Ergebnisse zu produzieren.

Gruß
Christian
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Alt 29.01.2003, 07:30   #12
crz
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... am besten: VISATON misst mal eine Concorde LIGHT nach seinem Verfahren. Wenn's ok ist, dann hätte man gleich einen neuen LIGHT-Bauvorschlag :-)
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Alt 29.01.2003, 10:05   #13
We-Ha
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Visatons Meinung dazu habe ich doch oben im 2.Posting schon abgelegt......

Im Übrigen gibt es auch so etwas wie Gewöhnung an einen Klang. Das heisst, eine gewisse Zeit gehört, daran gewöhnt, wenn die Ohren nicht brennen......gut!!

Wenn man relativ unbedarft eine Box kauft (so wie vielleicht 90% oder mehr?) der Hörer, weiss man sowiweso nicht, das man es ändern könnte. Ich habe das vor meiner Visaton Zeit als 'Gottgegeben' angesehen und wäre nie darauf gekommen, das man selber Hand anlegen kann.
Wer es an seine akustische Umgebung anpasst, macht es nach Gehör (und damit nach seinem Hörempfinden/Geschmack), das kann für jemand anderen evtl. fürchterlich sein.

Oder man hat Messequipment, und passt es messtechnisch an.
Dann wird aber m.M. nach das gleiche wie im Nahfeldbereich passieren: Wenn man genau diesen eingemessen Klang haben will, muss man auch immer genau an dem Punkt sitzen, wo das Messmikro stand.
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